Geschichte & Geschichten

Willkommen auf den Seiten des Heimatverein Merzdorf e.V.

Grenzsteinwanderung

Der Grenzsteinwanderweg im Schraden hat nicht nur lokale Freunde. Zu der Wanderung am Sonnabend hatten sich 32 Frauen und Männer aufgemacht, die extra auch aus Leipzig, Dresden, Bautzen, Lauchhammer, Kleinleipisch, Frauenhain und Gröditz angereist waren, wie der Merzdorfer Heimatfreund Gert Oßendorf informiert. Wichtigstes Ziel der diesjährigen geführten Wanderung war der neue Grenzstein 171 zwischen Merzdorf und der B 101.
Die Wanderung im nächsten Jahr findet am 25. August statt.
FOTO: Harald Barig
Lausitzer Rundschau am 30.08.2017

Geschrieben am 30. August 2017 | Abgelegt unter Geschichte & Geschichten

Hier ist Preußen, dort Sachsen

Der neue Grenzstein 171 südlich von Merzdorf ist eingemessen, er steht und ist gewidmet. Hier verläuft seit 1815 die Grenze zwischen dem Königreich Sachsen und dem Königreich Preußen, heute Sachsen und Brandenburg. Im Bild (v. l.): Schradenland-Amtsdirektor Thilo Richter, Birgit Leonhardt vom Staatsbetrieb GeoSN Sachsen, Gert Oßendorf als Initiator des Grenzsteines, Ulf Hindorf, Amtsleiter beim Landkreis, und Rolf Hahndorf, Schradenfrucht Gröden GmbH. Foto: Feller

Ein Grenzkonflikt zwischen den einstigen Königreichen Preußen und Sachsen ist im Schradenland nahezu ausgeschlossen. Was bisher nur auf Vermessungskarten eingezeichnet und in der Realität nicht sichtbar war, steht nun massiv in Sandstein gehauen in der Landschaft: Der Grenzstein 171 mitten in der Natur, zwischen der B 101 im Süden und Merzdorf im Norden, markiert nun wieder als herausragendes Zeichen den 1815 nach dem Wiener Kongress festgelegten Grenzverlauf.

Er ist am Dienstag aufgestellt und am Donnerstag gewidmet worden.

Damit ist eine Lücke am 24 Kilometer langen Grenzsteinweg zwischen Großthiemig und Merzdorf geschlossen. Von den auf dieser Strecke vor mehr als 200 Jahren 16 gesetzten Steinquadern – dazwischen stehen sogenannte Läufersteine – markieren nun 13 die damalige und die heutige brandenburgisch-sächsische Grenze. Drei fehlen noch. Einen möchte Gert Oßendorf vom Heimatverein Merzdorf noch nach historischem Vorbild anfertigen und aufstellen lassen. Dann sieht der inzwischen 70-jährige engagierte Heimatfreund seine Mission als erfüllt an. Für alle GPS-Nutzer die Standortkoordinaten von Grenzstein 171: 51 Grad 22′ 23,1“ N und 13 Grad 32′ 26,2“ E. Suchen brauchen die Zugmaschinenfahrer der Schradenfrucht Gröden GmbH den noch hellen Sandstein nicht. Dieser steht am Feldrand. „Dann müssen wir eben ein Bogen herum fahren“, sieht Geschäftsführer Rolf Hahndorf darin kein Problem. Damit nicht doch eine Landmaschine daran hängen bleibt, hat Gert Oßendorf Leitpfosten besorgt und in den Boden gepflanzt. Nach Auskunft von Ulf Hindorf, Amtsleiter Kataster- und Vermessungsamt des Landkreises Elbe-Elster, ist die Grenzlinie auch ohne Steine klar. „Aber sie sind gut für die touristische Entwicklung“, sagt er. „Die Leute brauchen zum Wandern ein Ziel. Hier ist ein neues“, ergänzt Birgit Leonhardt, stellvertretende Leiterin im Referat Grenzen des Freistaates, Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN).

Diese Keramikmarke liegt tief unter dem Grenzstein. Foto: Gert Oßendorf

Sie und die anderen Offiziellen, die in irgendeiner Weise mit dieser Landes- und Eigentumsgrenze zu tun haben, beurkundeten gestern die sogenannte Abmarkung des historischen Grenzpunktes, der nun wieder hergestellt ist. Widersprüche hat es nicht gegeben.

Das Einmessen des 1815 gesetzten Punktes lag in den Händen des Kataster- und Vermessungsamtes Elbe-Elster. Die Kosten trägt das Amt Schradenland, das den zunehmend gefragten Grenzsteinweg in seiner Obhut hat.

Tief unter jedem Grenzstein 171 liegt eine Grenzmarke. Diese hat den Zweck, dass dieser Punkt wiedergefunden wird, falls der Quader verschwinden sollte. Für den Grenzstein 171 musste eine neue Marke angefertigt werden. Diese besteht aus Keramik und ist von der Werkstatt Andrea Lück aus Hohenleipisch spendiert worden. Darauf steht geschrieben: „1815 Marke Nr. 171 2017“.

Für die geführte Grenzsteinwanderung am Sonnabend, 9 Uhr, ab Heimatverein Merzdorf, Am Wald, haben sich auch schon Teilnehmer aus Dresden, Riesa, Meißen und dem Cottbuser Raum angemeldet. Am Wegesrand der 14 Kilometer lange Route stehen die Grenzsteine 175 bis 168. Nach eineinhalb Stunden ist der neue Grenzstein 171 erreicht. Weiter geht es zum Heidebergturm und zurück über die Kirschplantage zum Heimatverein, wo ab 14 Uhr ein kleines Heimatfest stattfindet. Jeder Wanderer erhält ein Grenzsteinweg-Wanderheftchen und einen Grenzsteinlikör.

Lausitzer Rundschau am 25.08.2017

Geschrieben am 25. August 2017 | Abgelegt unter Geschichte & Geschichten

Vor Weihnachten: enviaM überreicht 2250 Euro im Kreis

Der Energiedienstleister enviaM unterstützt auch in diesem Jahr soziale Einrichtungen und Vereine im Landkreis Elbe-Elster. Unternehmensvertreter überreichen einer Pressemitteilung zufolge in der Vorweihnachtszeit Spendenschecks in Höhe von insgesamt 2250 Euro. Der Heimatverein Merzdorf erhält 500 Euro für die Umsetzung generationsübergreifender Projekte.
Der Freundeskreis Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise erhält 1000 Euro. Mit dem Geld können weitere Umbauarbeiten für einen barrierefreien Zutritt realisiert werden.
Der Arbeitslosenverband in Bad Liebenwerda erhält 750 Euro. Die Spende kommt der mobilen Kleiderkammer und Lebensmittelversorgung in der Stadt zugute. „Mit unseren Spenden möchten wir diejenigen unterstützen, die sich großzügig für die Menschen in unserer Region einsetzen“, sagt Ralf Hiltenkamp, enviaM-Personalvorstand.
red/fc (Lausitzer Rundschau vom 19.11.2011)
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Frau Erb von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH überreichte am 21.11.2016 im Beisein von Bürgermeister Dr. Hartwin Zirm und Amtsdirektor Thilo Richter den symbolischen Scheck an den Vereinsvorsitzenden Matthias Johne.

Geschrieben am 21. November 2016 | Abgelegt unter Geschichte & Geschichten

Immer den Steinen nach

Wanderweg in den Grödener Bergen durch spezielle Zeichen markiert

Der Grenzverlauf zwischen „Muss-Preußen“ genannten ehemaligen sächsischen Gebieten und dem einstigen Königreich Sachsen ist nun durch Pilare und Läufersteine markiert. Das Landesamt für Denkmalpflege hat den Wanderweg aufgehübscht. (von Torsten Richter-Zippack)

Es kann sehr schmerzhaft sein, wenn man sich mit den falschen Freunden verbindet. Das haben die Sachsen vor rund 200 Jahren leidvoll erfahren. Aufgrund ihrer Partnerschaft mit den unterlegenen napoleonischen Truppen büßte das Königreich zwei Drittel seines Territoriums und zwei Fünftel seiner Einwohner ein. Diese bezeichneten sich fortan als „Muss-Preußen“.

Mattias Baxmann, Brandenburger Denkmalpfleger, der übrigens in
Massen bei Finsterwalde wohnt, referierte während der Frühjahrstagung
der Niederlausitzer Gesellschaft in Cottbus über den Grenzsteinwanderweg.3676371_m1t1w500q75v35265_20160419913-G01634UUS.1-ORG

Pilare und Läufersteine

Entlang dieser Grenze, die nur 30 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Dresden verläuft, wurde der neue Grenzverlauf nun durch spezielle Zeichen markiert. Nach Angaben von Dr. Matthias Baxmann vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege wurden das nördliche Ende Sachsens und der südliche Beginn Preußens zunächst mit Holzpfählen markiert. Da diese nicht lange Bestand hatten, da sie in viele Öfen wanderten, erfolgte, so der Wissenschaftler, die Markierung ab dem Jahr 1828 durch Grenzsteine. Und zwar mittels großer Pilare (Säule), die in einem Abstand von jeweils 800 bis 1000 Metern zu finden waren, sowie dazwischen befindlicher nummerierter Läufersteine.

Allein 28 dieser Pilare sollen einst im Abschnitt zwischen Naundorf bei Ortrand und Wainsdorf gestanden haben. 22 von ihnen fanden Baxmann und seine Mitstreiter durch gezieltes Suchen. Das Landesamt hatte sich 2013 zu einer Schnellerfassung durchgerungen. Diese dient als Grundlage für Rekonstruktion schadhafter Exemplare. Die Grenzmarkierungen sind seit 2004 in der Brandenburger Denkmalsliste verzeichnet.

Schneller waren die Protagonisten vom rührigen Merzdorfer Heimatverein. Schon anno 1997/1998 hatten die Mitglieder den historischen Grenzsteinverlauf im Gelände erkundet. Daraus wiederum entstand die Idee, einen Wanderweg entlang der uralten Zeugnisse zu etablieren. Gesagt, getan: Auf einer Distanz von knapp 24 Kilometern verbindet die Trasse zwischen Merzdorf und Großthiemig die Grenzsteine im südlichen Schradenland. Für die relativ anspruchsvolle Tour sollten bis zu acht Stunden Zeit eingeplant werden. Dabei müssen 190 Höhenmeter überwunden werden.

Kompromiss bei Stein 168 

Apropos Rekonstruktion von Grenzsteinen: Im Jahr 2014 hatte die Sanierung des Steins Nummer 168 ihren glücklichen Abschluss gefunden. Das Exemplar steht an der höchsten Stelle der Tour, nämlich in unmittelbarer Nähe des Heidebergturms und rund 200 Metern über Normalnull. In diesem Zusammenhang verweist Baxmann auf einen nicht seltenen Konflikt zwischen den örtlichen Heimatfreunden und seiner Behörde: „Die Leute vor Ort würden am liebsten den Sandstrahler ansetzen und einen hellen Stein mit schwarzer Schrift aufstellen. Wir wollen so viel Originalität erhalten wie möglich.“ Immerhin: Der Grenzstein 168 präsentiert sich zwar im frischen hellen Sandstein, doch wurden die Zahl sowie die Bezeichnungen „KP“ und „KS“ für „Königreich Preußen“ beziehungsweise „Königreich Sachsen“ ganz sacht eingemeißelt und nicht mit Farbe ausgemalt.

In diesem Jahr findet die achte öffentliche Grenzsteinwanderung statt, informiert der Merzdorfer Heimatverein. Und zwar geht es am Sonnabend, 3. September, ab dem Vereinsheim auf die Piste. Allerdings müssen Wanderer nicht die komplette Strecke zurücklegen, sondern „nur“ den Abschnitt bis zum Heidebergturm. Anmeldungen unter Telefon 03533 811060 oder per E-Mail unter ossi@heimatverein-erzdorf.de

Lausitzer Rundschau vom 20. April 2016   Foto: trt1

Geschrieben am 20. April 2016 | Abgelegt unter Geschichte & Geschichten

Wanderfreunde aus Leipzig im Schradenland

Am 18.04.2015 trafen sich 21 Leipziger Wanderfreunde zu einer geführten Wanderung entlang der historischen Grenze zwischen Sachsen und Preußen mit einigen Mitgliedern des Heimatvereins Merzdorf.
Die Wanderung begann am Bahnhof Frauenhain und ging zum Grenzstein 173 weiter bis zum Heidebergturm. Unterwegs wurde viel geschichtliches vermittelt. Am Turm wurden Sie durch Vereinsmitglieder mit Bratwurst und Fettbemme, sowie Kaffee und Bier bewirtet. Anschließend ging es gegen 16.30 Uhr zurück zum Bahnhof Frauenhain.
Eindeutige Meinung der Wanderfreunde war, wir kommen wieder in dieses schöne Schradenland.
Heimatverein Merzdorf e. V.

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erschienen im Amtsblatt für das Amt Schradenland Jahrgang 24

Nummer 5 am 08.05.2015

Geschrieben am 10. Mai 2015 | Abgelegt unter Geschichte & Geschichten

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