August 2018

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Neuer Grenzstein auf alter Preußen-Sachsen-Linie

Binnen eines Jahres wurde weitere fehlende Grenzmarke im Schradenland gesetzt. Am Sonnabend wird dorthin gewandert

SCHRADENLAND (mf)

Die alte, nach dem Wiener Kongress von 1815 neu festgelegte Preußen-Sachsen-Linie steht im Schradenland fast wieder komplett. Unbeabsichtigte Grenzübertritte sind damit so gut wie ausgeschlossen. In dieser Woche ist ein weiterer fehlender Grenzstein zwischen den ehemaligen Königreichen durch einen neuen ersetzt worden. Dieser steht in der Flur „Halbe Meile“ südlich von Merzdorf und westlich von Strauch im benachbarten Sachsen.

Damit ist nach Auskunft von Gert Oßendorf, Heimatfreund und Tourismus-beauftragter im Amt Schradenland, die alte Grenze zumindest im Schradenland wieder fast vollständig mit den Grenzsteinen markiert. Zwischen diesen sogenannten Pilaren stehen die kleinen Läufersteine. Erst vor einem Jahr war ein im sächsischen Steinmetzbetrieb in Bauda gehauener Sandstein, der aus dem Reinhardtsdorfer

Gebiet bei Pirna stammt, ebenfalls in der Gemarkung Merzdorf aufgestellt worden.

Im Amt Schradenland wurden um das Jahr 1820 zwischen der Gemarkungsgrenze Großkmehlen/Großthiemig im Osten und Merzdorf/Wainsdorf im Westen 16 massive

Grenzsteine mit der eingemeißelten Inschrift KP und KS für die beiden Königreiche aufgestellt. 14 alte und neue Marken verweisen heute wieder auf den alten Grenzverlauf. Heimatfreund Gert Oßendorf sieht damit seine historische Mission erfüllt.

Die beiden anderen verschwundenen Steine mit den Nummern 164 und 165 in der Flur Hirschfeld werden wahrscheinlich nie wieder aufgestellt. Denn deren Standort be

finde sich heute mitten auf einem beackerten Feld, so Gert Oßendorf.

Der engagierte Heimatfreund dankt insbesondere der Gemeinde Merzdorf, die die neuen Steine finanziert hat, sowie dem Amt und dem Landkreis für deren Unterstützung.

Wer an der historischen Grenze im Schradenland wandern möchte, kann dies auf dem ausgeschilderten Weg tun. Dieser wurde 2008 angelegt und zählt 25,6 km.

Ein 17 Kilometer langer Abschnitt dieses Grenzsteinweges wird nach Auskunft von Wolfgang Kniese aus Hirschfeld an diesem Sonnabend erwandert. Es geht vorbei an der höchsten Erhebung Brandenburgs (201,4 müNN) zu dem 34 Meter hohen Heidebergturm. Treffpunkt ist am Sonnabend um 9 Uhr beim Heimatverein Merzdorf Am Waldin 12.

erschienen in der LR am 23.08.2018                          FOTO: WOLFGANG KNIESE

Geschrieben am 24. August 2018 | Abgelegt unter Geschichte & Geschichten