{"id":900,"date":"2014-02-28T18:04:10","date_gmt":"2014-02-28T17:04:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heimatverein-merzdorf.de\/?p=900"},"modified":"2014-02-28T18:04:10","modified_gmt":"2014-02-28T17:04:10","slug":"grenzstein-168-wird-restauriert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatverein-merzdorf.de\/?p=900","title":{"rendered":"Grenzstein 168 wird restauriert"},"content":{"rendered":"<h3 itemprop=\"alternativeHeadline\">Durch den Schraden f\u00fchrender Wanderweg weist auf s\u00e4chsisch-preu\u00dfische Geschichte hin<\/h3>\n<p>Dort wo jetzt Preu\u00dfen Sachsen k\u00fcsst, stehen seit fast 200 Jahren unscheinbare Grenzsteine mit fortlaufenden Nummern und der geheimnisvollen Aufschrift KP und KS. Diese Buchstaben stehen f\u00fcr K\u00f6nigreich Preu\u00dfen beziehungsweise K\u00f6nigreich Sachsen. Im Bereich des Amtes Schradenland gibt es heute noch mehr als 20 dieser stummen Zeitzeugen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 0px none;\" title=\"Grenzstein 168 wird restauriert\" alt=\"Grenzstein 168 wird restauriert\" src=\"http:\/\/www.lr-online.de\/storage\/scl\/xmliosimport\/eek\/2985059_m1t1w500q75v25413_20140227795-GBO4RMFPS.1-ORG.jpg?version=1393555877\" width=\"200\" height=\"271\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>&#8222;Die meisten von ihnen sind aber in keinem guten Zustand, zwei sind sogar schon ganz von der Bildfl\u00e4che verschwunden&#8220;, \u00e4rgert sich Gert Ossendorf, Vorsitzender des Merzdorfer Heimatvereins. Er f\u00fchrte vor einigen Tagen im Gro\u00dfenhainer Albert-Treff zirka 50 Interessierte virtuell entlang der 25,8 Kilometer langen Route, die die Grenze im Amt Schradenland zum Kreis Mei\u00dfen bildet. Zu dieser Grenzziehung war es nach dem Wiener Kongress von 1814\/15 gekommen, bei dem ganz Europa neu aufgeteilt wurde. Durch das B\u00fcndnis des s\u00e4chsischen Kurf\u00fcrsten Friedrich August III. (als K\u00f6nig Friedrich August I.) und Napoleon I. wurde Sachsen zwar 1806 K\u00f6nigreich, verlor aber nach dem Sturz Napoleons \u00fcber die H\u00e4lfte seines damaligen Territoriums sowie 42 Prozent der Bev\u00f6lkerung. Die neue Grenze wurde zun\u00e4chst mit Holzpf\u00e4hlen gekennzeichnet, die sp\u00e4ter durch markante Steins\u00e4ulen ersetzt wurden. Sie beginnt in Seidenberg mit Stein Nummer 1, f\u00fchrt in westlicher Richtung an der Wittig entlang, \u00fcberquert bei Radmeritz die Nei\u00dfe und setzt sich dann quer durch die Oberlausitz fort.<\/p>\n<p>Von der Nummer 1 bis zur 81 wurden die Steine paarweise gesetzt und neben der Nummerierung auch farblich gekennzeichnet: der s\u00e4chsische Stein wei\u00df-gr\u00fcn, der preu\u00dfische wei\u00df-schwarz. Das Gebiet, f\u00fcr das Gert Ossendorf zust\u00e4ndig ist, beginnt bei Gro\u00dfthiemig am Grenzstein Nummer 160 in H\u00f6he der Grenze zum Oberspreewald-Lausitz-Kreis und verl\u00e4uft bis kurz hinter Merzdorf an den Beyerteichen zum Grenzstein 176. Diese Strecke ist durchgehend begehbar.<\/p>\n<h3>Restaurierter Grenzstein<\/h3>\n<p>Das ist vor allem Gert Ossendorf zu verdanken, der Tourismusbeauftragter des Amtes Schradenland ist. &#8222;Entstanden ist die Idee aber schon weit vorher, da ich mich mit den Grenzsteinen um Merzdorf sehr intensiv besch\u00e4ftige. Nun ist er eine weitere Bereicherung f\u00fcr die wandertouristisch bereits gut erschlossene Schradenregion&#8220;, verr\u00e4t er. Auf seine Initiative ist auch die Errichtung eines restaurierten Grenzsteines zur\u00fcckzuf\u00fchren. &#8222;Der Baudaer Steinmetz und Steinbildhauer Armin Thierichen hat uns dabei sehr geholfen. So k\u00f6nnen wir am 31. M\u00e4rz endlich einen Grenzstein pr\u00e4sentieren, der nicht vom Zahn der Zeit zerfressen ist&#8220;, freut sich der passionierte Touristiker.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 0px none;\" title=\"Grenzstein 168 wird restauriert\" alt=\"Grenzstein 168 wird restauriert\" src=\"http:\/\/www.lr-online.de\/storage\/scl\/xmliosimport\/eek\/2985060_m1t1w500q75v26013_20140227865-GBO4RMFPT.1-ORG.jpg?version=1393555878\" width=\"193\" height=\"265\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Am 31. M\u00e4rz wird im Dorfgemeinschaftshaus Merzdorf eine Fotoausstellung von Hans Gawor mit dem Titel &#8222;200 Jahre historische Grenze Sachsen\/Preu\u00dfen\u201d er\u00f6ffnet. Diese wird bis zum 16. April jeweils von 16 bis 20 Uhr ge\u00f6ffnet sein. Am 6. September, am &#8222;Tag der Sachsen&#8220;, beginnt um 9 Uhr die nun schon sechste Grenzsteinwanderung entlang der Grenze zum Heidebergturm und zur\u00fcck nach Merzdorf zum Vereinsgel\u00e4nde.<\/p>\n<p>&#8222;Wo Preu\u00dfen Sachsen k\u00fcsst&#8220; hei\u00dft die Dachmarke der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung, die vom 7. Juni bis zum 2. November auf Schloss Doberlug stattfindet. Sie dokumentiert anl\u00e4sslich des 200. Jubil\u00e4ums des Wiener Kongresses Szenen einer Nachbarschaft. Das s\u00e4chsische Gebiet reichte bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts weit ins heutige Brandenburg. Die Grenze lag etwa 50 Kilometer s\u00fcdlich vor Potsdam. Wechselvoll ist das Schicksal der dort lebenden Menschen. Mit dem Prager Frieden fielen schon 1635 sowohl die Nieder- als auch die Oberlausitz in kurs\u00e4chsischen Besitz. Nach dem Wiener Kongress wurde die Grenze dann erneut neu gezogen. Spuren dieser Vergangenheit finden sich in S\u00fcdbrandenburg bis heute, so die s\u00e4chsischen Posts\u00e4ulen in Elsterwerda, Uebigau-Wahrenbr\u00fcck, Senftenberg oder Ortrand. Es gibt aber auch andere Verbindungen zum s\u00fcdlichen Nachbarn, wei\u00df Ossendorf zu berichten. So geh\u00f6rt zum Beispiel die Kirchgemeinde Merzdorf zum Frauenhainer Kirchspiel.<\/p>\n<h3>Schraden lange s\u00e4chsisch<\/h3>\n<p>&#8222;Nach der Wende wurde eine Volksbefragung mit dem Thema durchgef\u00fchrt, ob die B\u00fcrger der Schradener Region zu Sachsen oder Brandenburg geh\u00f6ren wollten. Wir haben uns f\u00fcr Sachsen entschieden, aber die hohen Herren der Landesregierung in Potsdam haben uns damals nicht freigegeben&#8220;, kommentiert Ossendorf.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens zu Beginn des 15. Jahrhunderts geh\u00f6rte das Schradenland zum Territorium des s\u00e4chsischen Amtes Hayn. 1815 kam der Schraden von der &#8222;Gro\u00dfenhainer Pflege\u201d des K\u00f6nigreiches Sachsen zum Herzogtum Sachsen des K\u00f6nigreiches Preu\u00dfen (Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Liebenwerda). 1583 erfolgte die Teilung des zirka 4925 Hektar umfassenden Schradenwaldes. Der Anteil des kurs\u00e4chsischen Staates am Schraden wurde im 16., 17. und 18. Jahrhundert stark vergr\u00f6\u00dfert. So verkaufte 1586 die Herrschaft Frauenhain ihren gesamten Schradenabschnitt, die Herrschaft Strauch im Jahre 1615 etwa zwei Drittel ihrer Schradenwaldfl\u00e4che. 1727 ging die Herrschaft Elsterwerda mitsamt dem Elsterwerdaer Schraden an Sachsen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 0px none;\" title=\"Grenzstein 168 wird restauriert\" alt=\"Grenzstein 168 wird restauriert\" src=\"http:\/\/www.lr-online.de\/storage\/scl\/xmliosimport\/eek\/2985061_m1t1w500q75v65406_20140227708-GBO4RMFPR.1-ORG.jpg?version=1393555879\" width=\"179\" height=\"221\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Gert Ossendorf hat schon immer den Kontakt in den benachbarten s\u00fcdlichen s\u00e4chsischen Landkreis gesucht, und das nicht nur auf touristischer Ebene. Seine enge Beziehung zu Sachsen hat unter anderem wohl auch seinen Ursprung darin, dass Ossendorf in den 50er-Jahren in Gro\u00dfenhain lebte.<\/p>\n<p>Fotos: Henry M\u00fcller<\/p>\n<p>Lausitzer Rundschau vom 28. Februar 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch den Schraden f\u00fchrender Wanderweg weist auf s\u00e4chsisch-preu\u00dfische Geschichte hin Dort wo jetzt Preu\u00dfen Sachsen k\u00fcsst, stehen seit fast 200 Jahren unscheinbare Grenzsteine mit fortlaufenden Nummern und der geheimnisvollen Aufschrift KP und KS. Diese Buchstaben stehen f\u00fcr K\u00f6nigreich Preu\u00dfen beziehungsweise K\u00f6nigreich Sachsen. 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