{"id":1186,"date":"2016-04-20T17:37:08","date_gmt":"2016-04-20T16:37:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heimatverein-merzdorf.de\/?p=1186"},"modified":"2016-04-21T13:45:36","modified_gmt":"2016-04-21T12:45:36","slug":"immer-den-steinen-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatverein-merzdorf.de\/?p=1186","title":{"rendered":"Immer den Steinen nach"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wanderweg in den Gr\u00f6dener Bergen durch spezielle Zeichen markiert<\/strong><\/p>\n<p>Der Grenzverlauf zwischen \u201eMuss-Preu\u00dfen\u201c genannten ehemaligen s\u00e4chsischen Gebieten und dem einstigen K\u00f6nigreich Sachsen ist nun durch Pilare und L\u00e4ufersteine markiert. Das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege hat den Wanderweg aufgeh\u00fcbscht. <em>(von Torsten Richter-Zippack)<\/em><\/p>\n<p>Es kann sehr schmerzhaft sein, wenn man sich mit den falschen Freunden verbindet. Das haben die Sachsen vor rund 200 Jahren leidvoll erfahren. Aufgrund ihrer Partnerschaft mit den unterlegenen napoleonischen Truppen b\u00fc\u00dfte das K\u00f6nigreich zwei Drittel seines Territoriums und zwei F\u00fcnftel seiner Einwohner ein. Diese bezeichneten sich fortan als \u201eMuss-Preu\u00dfen\u201c.<\/p>\n<p><em>Mattias Baxmann, Brandenburger Denkmalpfleger, der \u00fcbrigens in<\/em><br \/>\n<em> Massen bei Finsterwalde wohnt, referierte w\u00e4hrend der Fr\u00fchjahrstagung<\/em><br \/>\n<em> der Niederlausitzer Gesellschaft in Cottbus \u00fcber den Grenzsteinwanderweg.<\/em><a href=\"https:\/\/www.heimatverein-merzdorf.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/3676371_m1t1w500q75v35265_20160419913-G01634UUS.1-ORG.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1188 size-medium alignright\" src=\"https:\/\/www.heimatverein-merzdorf.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/3676371_m1t1w500q75v35265_20160419913-G01634UUS.1-ORG-268x300.jpg\" alt=\"3676371_m1t1w500q75v35265_20160419913-G01634UUS.1-ORG\" width=\"268\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.heimatverein-merzdorf.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/3676371_m1t1w500q75v35265_20160419913-G01634UUS.1-ORG-268x300.jpg 268w, https:\/\/www.heimatverein-merzdorf.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/3676371_m1t1w500q75v35265_20160419913-G01634UUS.1-ORG.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px\" \/><\/a><\/p>\n<pre><strong>Pilare und L\u00e4ufersteine<\/strong><\/pre>\n<p>Entlang dieser Grenze, die nur 30 Kilometer n\u00f6rdlich der Landeshauptstadt Dresden verl\u00e4uft, wurde der neue Grenzverlauf nun durch spezielle Zeichen markiert. Nach Angaben von Dr. Matthias Baxmann vom Brandenburgischen Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege wurden das n\u00f6rdliche Ende Sachsens und der s\u00fcdliche Beginn Preu\u00dfens zun\u00e4chst mit Holzpf\u00e4hlen markiert. Da diese nicht lange Bestand hatten, da sie in viele \u00d6fen wanderten, erfolgte, so der Wissenschaftler, die Markierung ab dem Jahr 1828 durch Grenzsteine. Und zwar mittels gro\u00dfer Pilare (S\u00e4ule), die in einem Abstand von jeweils 800 bis 1000 Metern zu finden waren, sowie dazwischen befindlicher nummerierter L\u00e4ufersteine.<\/p>\n<p>Allein 28 dieser Pilare sollen einst im Abschnitt zwischen Naundorf bei Ortrand und Wainsdorf gestanden haben. 22 von ihnen fanden Baxmann und seine Mitstreiter durch gezieltes Suchen. Das Landesamt hatte sich 2013 zu einer Schnellerfassung durchgerungen. Diese dient als Grundlage f\u00fcr Rekonstruktion schadhafter Exemplare. Die Grenzmarkierungen sind seit 2004 in der Brandenburger Denkmalsliste verzeichnet.<\/p>\n<p>Schneller waren die Protagonisten vom r\u00fchrigen Merzdorfer Heimatverein. Schon anno 1997\/1998 hatten die Mitglieder den historischen Grenzsteinverlauf im Gel\u00e4nde erkundet. Daraus wiederum entstand die Idee, einen Wanderweg entlang der uralten Zeugnisse zu etablieren. Gesagt, getan: Auf einer Distanz von knapp 24 Kilometern verbindet die Trasse zwischen Merzdorf und Gro\u00dfthiemig die Grenzsteine im s\u00fcdlichen Schradenland. F\u00fcr die relativ anspruchsvolle Tour sollten bis zu acht Stunden Zeit eingeplant werden. Dabei m\u00fcssen 190 H\u00f6henmeter \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<pre><strong>Kompromiss bei Stein 168 <\/strong><\/pre>\n<p>Apropos Rekonstruktion von Grenzsteinen: Im Jahr 2014 hatte die Sanierung des Steins Nummer 168 ihren gl\u00fccklichen Abschluss gefunden. Das Exemplar steht an der h\u00f6chsten Stelle der Tour, n\u00e4mlich in unmittelbarer N\u00e4he des Heidebergturms und rund 200 Metern \u00fcber Normalnull. In diesem Zusammenhang verweist Baxmann auf einen nicht seltenen Konflikt zwischen den \u00f6rtlichen Heimatfreunden und seiner Beh\u00f6rde: \u201eDie Leute vor Ort w\u00fcrden am liebsten den Sandstrahler ansetzen und einen hellen Stein mit schwarzer Schrift aufstellen. Wir wollen so viel Originalit\u00e4t erhalten wie m\u00f6glich.\u201c Immerhin: Der Grenzstein 168 pr\u00e4sentiert sich zwar im frischen hellen Sandstein, doch wurden die Zahl sowie die Bezeichnungen \u201eKP\u201c und \u201eKS\u201c f\u00fcr \u201eK\u00f6nigreich Preu\u00dfen\u201c beziehungsweise \u201eK\u00f6nigreich Sachsen\u201c ganz sacht eingemei\u00dfelt und nicht mit Farbe ausgemalt.<\/p>\n<p>In diesem Jahr findet die achte \u00f6ffentliche Grenzsteinwanderung statt, informiert der Merzdorfer Heimatverein. Und zwar geht es am Sonnabend, 3. September, ab dem Vereinsheim auf die Piste. Allerdings m\u00fcssen Wanderer nicht die komplette Strecke zur\u00fccklegen, sondern \u201enur\u201c den Abschnitt bis zum Heidebergturm. Anmeldungen unter Telefon 03533 811060 oder per E-Mail unter <a href=\"mailto:ossi@heimatverein-erzdorf.de\">ossi@heimatverein-erzdorf.de<\/a><\/p>\n<p>Lausitzer Rundschau vom 20. April 2016\u00a0\u00a0 Foto: trt1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wanderweg in den Gr\u00f6dener Bergen durch spezielle Zeichen markiert Der Grenzverlauf zwischen \u201eMuss-Preu\u00dfen\u201c genannten ehemaligen s\u00e4chsischen Gebieten und dem einstigen K\u00f6nigreich Sachsen ist nun durch Pilare und L\u00e4ufersteine markiert. Das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege hat den Wanderweg aufgeh\u00fcbscht. (von Torsten Richter-Zippack) Es kann sehr schmerzhaft sein, wenn man sich mit den falschen Freunden verbindet. 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